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Ingenieurgesellschaft für Umweltschutz und Geotechnik

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Aktuelles

Arten der Abfallbeseitigung....

Als örtliche Bauüberwachung überwachen wir auch die Entschlammung und Sanierung von Regenrückhaltebecken. Aktuell war eine Ausspülung an einem Ablaufbauwerk für die Festlegung einer geeigneten Verfüllung näher zu bewerten. Bei der Aufgrabung zeigte sich, dass die damals mit dem Bau des betreffenden Rückhaltebeckens beauftragte Baufirma hinsichtlich der Abfallbeseitigung von Umreifungsbändern kreative Wege eingeschlagen hatte. Dies belegt das folgende Bild anschaulich. 

Man hatte die gebrauchten Bänder einfach unter der Betonbettung einer Pflasterfläche verschwinden lassen. Wir empfinden so etwas als sehr ärgerlich! Leider war hier die Gewährleistung schon lange abgelaufen.
 
PS: Der Hohlraum wurde mit Magerbeton verfüllt. Er war durch Suffosion und unterirdische Erosion entstanden. Ursächlich war eine nicht fachgerecht ausgeführte Anschlussfuge an einem Schachtbauwerk, über welche das abgeleitete Wasser seine eigenen Wege gehen konnte. 

Böse Falle für Großgeräte....

Sparen, sparen, sparen! Dachte sich wohl auch ein Grundstückseigentümer, der vor 20 Jahren den Rückbau von Gebäuden und Anlagen auf einer Industriebrache beauftragte. Dass sich das Einsparen von Kosten an der falschen Stelle rächen kann, zeigte sich bei einer von uns betreuten komplexen Altlastensanierung, die Ende des Jahres 2025 abgeschlossen wurde. 

Bei dieser Sanierung wurden abgetragener Oberboden und verschiedenes Wurzelwerk für die geplante Herstellung von Kleinstbiotopen nach Abschluss der Sanierung auf einer geeigneten Wiesenfläche bereitgestellt.

Am Ende der Sanierungsmaßnahme wurde das bereitgestellte Material auf einen Dumper verladen, zum Sanierungsbereich transportiert und dort für die Renaturierung der Fläche wiedereingebaut. Groß war der Schreck bei der Baufirma und natürlich auch bei uns als Bauüberwachung, als der Dumper auf der Wiesenfläche plötzlich absackte. Teile der Hinterachse waren in einen Hohlraum eingebrochen. Zum Glück war nur ein Materialschaden am Fahrzeug zu verzeichnen.

Die weitergehende Prüfung der Ursache ergab, dass es sich um einen mehrteiligen Keller handelte, bei dem lediglich der Treppenabgang zugeschüttet wurde. Mit den Jahren hatte sich auf der Kellerdecke eine mächtige Gras- und Krautschicht ausgebildet, so dass vom vorhandenen Keller, der teilweise auch als Lagerraum für Heizöl genutzt wurde, in der Örtlichkeit nichts mehr zu sehen war. 

 

Fazit: Das Sparen an der falschen Stelle kann sich auch nach vielen Jahren rächen! Letztendlich musste für deutlich mehr Geld die Kellerdecke rückgebaut, der Kellerboden perforiert und der Keller mit inertem Kiesmaterial verfüllt werden. Und so ein verdeckter Kellerhohlraum kann für Großgeräte zur fatalen Falle werden! Letztendlich hält auch eine Kellerdecke mit Stahlträgern als tragende Elemente nicht ewig. Sie würde durch Korrossion des Stahls irgendwann einbrechen. Aber darüber hatte damals keiner nachgedacht. 

Unverhofft kommt oft! (2)

Am Rande einer Kleinstadt war seit den 1990er Jahren eine Kontamination des Grundwassers mit leichtflüchtigen chlorierten Kohlenwasserstoffen (LCKW) bekannt. Für die umfassende Bewertung wurden einige Grundwassermessstellen errichtet und anfänglich regelmäßig beprobt. Der sanierungswürdige Schaden blieb allerdings viele Jahre "sanierungsunwürdig". Zur "Beobachtung" des Grundwasserschadens wurde nunmehr erneut ein mehrjähriges Grundwassermonitoring veranlasst. Eine der zu beprobenden Messstellen befand sich auf einer kleineren Parkfläche neben einer Landstraße. Die Messstelle wurde unterflur ausgebaut und war mit einer Schachtabdeckung gesichert. Dieser Parkplatz wurde auch von LKW genutzt. 

Die Messstelle auf dem Parkplatz wurde aber seit über 20 Jahren nicht mehr beprobt. Begründung: Der Schachtdeckel kann nicht geöffnet werden! 

Wir wurden angefragt, ob wir den Schachtdeckel öffnen könnten. Ist zwar keine typische Gutachterleistung, aber mit geeigneter Technik eigentlich kein Problem!

Eine typische Marotte von Gutachtern: Gleich nach der Öffnung der Schachtabdeckung die Brauchbarkeit der Messstelle durch Messung des Wasserspiegels und Lotung der Endtiefe überprüfen! Dabei stellten wir fest, dass das Wasser auffällig nach Dieselkraftstoff (DK) roch. Die Überprüfung des Grundwassers mit einem Mehrphasenmessgerät ergab eine auf dem Grundwasser aufschwimmende Leichtphase (LNAPL) aus DK. Mit dem Schichtenheber wurde eine Probe entnommen. Die LNAPL ist im nachfolgenden Bild an der Schwarzfärbung gut erkennbar (verursacht durch gelöste Huminstoffe).

Fazit für Grundwasseruntersuchungen: Unverhofft kommt oft!

PS: Der DK stammte offensichtlich aus einem LKW, bei dem der Kraftstofftank durch einen Diebstahl von DK beschädigt wurde. Der DK-Schaden wurde im Zuge einer Ad-hoc-Sanierung beseitigt. Der originäre LCKW-Schaden wird derweil noch beobachtet. Eine von uns veranlasste analytische Bewertung des Grundwassers vor der Sanierung ergab übrigens an der Basis der Messstelle eine LHKW-Konzentration von 54.000 µg/l! Der Anteil der im Grundwasser gelösten Kohlenwasserstoffe betrug nur 4,9 mg/l. Na immerhin.... 

Unverhofft kommt oft! (1)

Eine kleinere Altlast sollte durch einen Bodenaustausch saniert werden. Es handelte sich um eine Abfüllstelle für teerhaltigen Bitumen. Der Bereich war renaturiert und begrünt.

Bekannt waren oberflächennahe Kontaminationen mit PAK. Vorgesehen war ein Bodenaushub von etwa 30 m³ und eine Rückverfüllung des Aushubbereiches. Nach dem Abtrag der Grasnarbe kamen zunächst zwei verfüllte Teerölfässer mit Restflüssigkeiten zum Vorschein. 

Nach der Beseitigung der Fässer und Fortführung des Bodenaushubs zeigte sich, dass der Bereich wohl seinerzeit gleich zur Beseitigung sonstiger Abfälle genutzt wurde. 

Denn für die fachgerechte Entsorgung von Kunststoffen, Glaswolle und sonstigem Müll standen wohl damals - vor etwa 35 Jahren - weder Lust, noch Zeit und schon gar kein Geld zur Verfügung. 

Aber auch diese Altlast konnte erfolgreich saniert werden. Allerdings waren erheblich mehr Mengen an Abfällen zu entsorgen und die Kosten für die Kleinsanierung waren deutlich höher als geplant.

Fazit für Altlastensanierungen: Unverhofft kommt oft!